Welche Art von Mitflug in Frage kommt
- Rundflug im Motorflugzeug
- Der Normalfall ab kleinen Landeplätzen: 20 bis 60 Minuten in einer viersitzigen Maschine, tief genug, um das eigene Dorf zu erkennen. Braucht Sichtflugwetter, ist laut und wird ab Mittag in der Thermik ruckelig.
- Segelflug im Doppelsitzer
- An der Winde geht es in drei bis vier Sekunden von null auf rund 100 km/h, ausgeklinkt wird meist zwischen 300 und 500 Metern; ohne Thermik bleiben fünf bis fünfzehn Minuten. Der Flugzeugschlepp kostet mehr, wird nach Höhe abgerechnet und setzt dort ab, wo Aufwind zu erwarten ist. Nach dem Ausklinken ist es still.
- Motorsegler
- Startet aus eigener Kraft, gleitet mit abgestelltem Motor: Gleitzahlen um 1:25 bis 1:30 gegen etwa 1:10 beim Motorflugzeug. Ohne Aufwindbedarf hängt der Termin weniger am Wetter.
- Ultraleicht
- Rechtlich ein Luftsportgerät und kein Flugzeug: zweisitzig, in Deutschland bis 600 Kilogramm Abflugmasse samt Rettungssystem. Je Stunde günstiger als vergleichbare Motorflugzeuge, dafür enger und böenempfindlicher.
- Hubschrauber
- Kein Anlauf, kein Gleiten, freie Sicht nach unten und Stillstand über einem Punkt. Meist zehn bis dreißig Minuten und je Flugminute die teuerste Variante.
- Ballon
- Eine Fahrt, kein Flug, und nur früh am Morgen oder am späten Nachmittag, weil die Thermik dazwischen zu stark ist. Im Korb herrscht Windstille, weil er sich mit dem Wind bewegt. Ein bis zwei Stunden oben, mit Aufrüsten und Rückholung ein halber Tag.
- Fallschirm-Tandemsprung
- Der Grenzfall, denn hier kommt man nicht mit dem Flugzeug herunter. Abgesetzt wird häufig um 4000 Meter, danach folgen etwa 40 bis 60 Sekunden freier Fall und mehrere ruhige Minuten unter der Kappe. Gewichtsgrenze meist um 90 Kilogramm.
Rundflug oder Mitflug im Verein
Der Unterschied, der die Preise erklärt: Ein gewerblicher Rundflug wird von einem Luftfahrtunternehmen verkauft, der Pilot braucht dafür mindestens eine Berufspilotenlizenz, und der Anbieter verdient an dem Flug. Der nichtgewerbliche Mitflug ist rechtlich etwas anderes: Bei einem Flug von Privatpersonen auf Kostenteilungsbasis teilen sich alle Insassen einschließlich des Piloten die direkten Kosten, höchstens sechs Personen, und der Pilot verdient nichts. Deshalb ist der Verein oft der günstigere Weg.
Dazwischen steht der Einführungsflug, im Verein Schnupperflug genannt: ein kurzer Flug gegen Entgelt, mit dem eine Flugschule oder ein Luftsportverein neue Mitglieder gewinnen will. Der Verein darf daran verdienen, solange der Gewinn im Verein bleibt, der Pilot bekommt nichts. Verlangt ist lediglich eine kurze Dauer; eine feste Minutengrenze nennt die Verordnung nicht. Aus manchem Schnupperflug wird der erste Schritt in dieAusbildung.
Wie ein Flugtermin abläuft
- Eintreffen und Einweisung. Der Pilot erklärt Ein- und Ausstieg, Gurt und das Verhalten neben einem laufenden Propeller.
- Wiegen und Sitzverteilung. Kleine Flugzeuge haben knappe Zuladung und einen zulässigen Schwerpunktbereich, deshalb wird nach dem Gewicht gefragt und die Plätze sind nicht frei wählbar. Wer vorne sitzen will, sagt das beim Buchen.
- Vorflugkontrolle. Ruder, Reifen, Ölstand, eine Kraftstoffprobe gegen Wasser im Tank. Wer zusieht, versteht die Hälfte des Fluges vorab.
- Kopfhörer und Funk. Das Headset dämpft den Lärm und verbindet alle über eine Gegensprechanlage. Sobald der Pilot funkt, ist Ruhe.
- Start und Flug. In sicherer Höhe übergibt der Pilot oft kurz Höhen- und Querruder. Start, Landung und alles in Platznähe bleiben bei ihm.
- Landung. Sitzen bleiben, bis der Propeller steht und der Pilot das Aussteigen freigibt.
Wovon der Preis abhängt
| Faktor | Wirkung auf den Preis |
|---|---|
| Muster und Betriebsart | Der größte Hebel. Zwischen Windenstart und Hubschrauberminute liegen Größenordnungen, nicht Prozente. |
| Flugdauer | Nach Minuten abgerechnet, oft mit einem Mindestbetrag. |
| Anzahl der Mitflieger | Der Preis gilt je Flugzeug. Zu dritt kostet derselbe Flug je Person etwa ein Drittel. |
| Startart im Segelflug | Die Winde wird je Start berechnet, der Flugzeugschlepp nach erreichter Höhe. |
| Landung an anderem Platz | Landegebühr am Zielplatz plus Flugzeit für Hin- und Rückweg. |
| Zusatzleistungen | Video, Urkunde, Sekt: kalkuliert, nicht inbegriffen. |
Verglichen wird deshalb nicht die Endsumme, sondern der Preis je Flugminute und Person. Welche Muster unterwegs sind, steht unterFlugzeuge, die Landegebühren setzt jederPlatz selbst.
Warum das Wetter über den Termin entscheidet
Rundflüge finden nach Sichtflugregeln statt, und die stellen Mindestbedingungen an Sicht und Wolkenabstand: im kontrollierten Luftraum fünf Kilometer Flugsicht und 1000 Fuß Abstand nach oben, im unteren unkontrollierten Luftraum weniger. Eine tief hängende Wolkendecke macht einen Flug damit nicht unangenehm, sondern unzulässig, auch wenn es am Boden trocken ist.
Der zweite Grund ist die Luft selbst. An sonnigen Tagen setzt ab dem späten Vormittag Thermik ein, und mit ihr Böen und ein ständiges Auf und Ab. Ruhig ist es früh am Morgen und wieder am Abend. Beim Segelflug ist es umgekehrt: Ohne Thermik bleibt vom Windenstart ein kurzer Gleitflug. Entschieden wird erst am Flugtag oder am Abend davor.
Was vor dem Start zu klären ist
- Kleidung
- Geschlossene Schuhe mit fester Sohle, denn ein Ballon landet auf dem Acker. Mehrere dünne Schichten statt einer dicken, und am besten in Dunkel gehalten, weil helle Sachen sich in der Haube spiegeln. Ins Cockpit kommt so wenig Gepäck wie möglich.
- Übelkeit vermeiden
- Der Blick geht nach draußen zum Horizont, nicht auf Karte oder Display. Der Magen sollte weder voll noch leer sein, der Platz möglichst weit vorne. Ein früher Termin hilft mehr als jedes Mittel.
- Fotografieren durch die Scheibe
- Der Polfilter kommt ab: Hauben aus Acryl sind doppelbrechend, und mit dem teilweise polarisierten Himmelslicht entstehen farbige Schlieren bis hin zu Regenbogenmustern. Gegen Spiegelungen helfen ein Objektiv dicht an der Scheibe und dunkle Kleidung. Ein Propeller wird nur mit längerer Belichtungszeit zum sauberen Kreis.
- Gesundheit, Gewicht, Kinder
- Wer Herz-Kreislauf-Probleme hat, frisch operiert ist, eine Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung mitbringt oder schwanger ist, fragt vorher nach. Gewichtsgrenzen sind Zuladung, keine Schikane. Kinder dürfen mit Zustimmung der Eltern mit, entscheidend ist der Gurt.
Einen Gutschein verschenken
Für Gutscheine gilt in Deutschland die regelmäßige Verjährung von drei Jahren ab dem Ende des Ausstellungsjahres. Eine kürzere aufgedruckte Frist steht in den Geschäftsbedingungen und ist nicht automatisch wirksam: Gerichte haben Befristungen auf ein Jahr mehrfach als unangemessene Benachteiligung verworfen.
Wichtiger sind die Wetterregelung, also wie oft verschoben werden darf und ob sich die Gültigkeit dadurch verlängert, und die Einlösbarkeit, denn Gutscheine großer Erlebnisportale sind oft an einen einzelnen, weit entfernten Platz gebunden. Verschenkt wird außerdem ein Erlebnis und kein Datum.
Fällt ein Termin aus, lohnt der Weg zum Platz oft trotzdem: Viele Flugplätze haben eine Sammlung in der Halle, die größeren Häuser stehen unterLuftfahrtmuseen und weitere Wege unterLuftfahrt erleben.
Häufige Fragen
Was kostet ein Rundflug?
Das hängt vor allem am Fluggerät, nicht am Anbieter: Ein Gastflug an der Winde im Segelflugverein liegt im zweistelligen Bereich, eine kurze Runde im Hubschrauber oder eine Ballonfahrt im dreistelligen. Wie viele Personen sich diesen Preis teilen können, hängt von der Sitzplatzzahl des gebuchten Musters ab und schwankt deshalb zwischen den Anbietern stärker als der reine Flugpreis selbst. Wer mehrere Angebote vergleicht, fragt deshalb besser nach der tatsächlichen Personenzahl, die im Preis enthalten ist, statt nur nach der Endsumme.
Wie lange dauert ein Rundflug?
Die reine Flugzeit hängt stark vom Fluggerät ab: einige Minuten beim Segelflug ohne Thermik, bis zu einer Stunde im Motorflugzeug, meist kürzer beim Hubschrauber. Deutlich mehr Zeit braucht der gesamte Termin vor Ort, denn Einweisung, Wiegen und Vorflugkontrolle laufen vor dem Start ab und lassen sich gerade beim ersten Mal nicht abkürzen. Wer danach einen festen Termin hat, plant deshalb besser den ganzen Vormittag oder Nachmittag ein statt nur die reine Flugminutenzahl aus dem Angebot.
Darf man bei einem Rundflug selbst steuern?
Wo es angeboten wird, meist ja, für ein paar Minuten in sicherer Höhe und mit dem Piloten weiterhin griffbereit an den Steuern. Wenig sinnvoll ist die Frage bei einer Ballonfahrt, denn ein Ballon hat keine Steuerung, mit der sich eine Richtung anfliegen ließe, er treibt allein mit dem Wind. Bei Motor- und Segelflugzeugen ist die kurze Übergabe der Ruder dagegen üblich, bei Hubschraubern seltener, weil sie auf kleine Steuereingaben deutlich empfindlicher reagieren als ein Flächenflugzeug. Einen Anspruch darauf gibt es in keinem Fall, und bei unruhiger Luft entfällt es ersatzlos.
Was passiert bei schlechtem Wetter mit dem Termin?
Sagt der Anbieter selbst wegen der Wetterlage ab, ist eine Verschiebung üblicherweise kostenfrei. Storniert stattdessen der Gast selbst, etwa weil er das Wetter für zu unsicher hält, obwohl der Flug stattfinden könnte, gelten dagegen die regulären Stornobedingungen des Anbieters, und eine Rückerstattung ist damit keineswegs sicher. Auch technische Gründe, etwa eine fällige Wartung des Flugzeugs, führen zu einer Verschiebung, die genauso zu behandeln ist wie eine wetterbedingte.
Rechtliche Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die EU-Verordnungen 965/2012 und 1178/2011, die Luftverkehrsordnung und für Gutscheine das Bürgerliche Gesetzbuch in der jeweils gültigen Fassung. Preise schwanken stark nach Platz, Muster und Saison; verbindlich ist die Auskunft des Vereins oder des Anbieters.
