Den Nakamura-Lock falten
Auch bekannt als: Nakamura Lock
Alle anderen Modelle hier halten nur durch die Reibung der Papierlagen zusammen. Dieser hier hat einen echten Verschluss: Der letzte Falz klemmt die beiden eingeschlagenen Ecken fest. Das klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, ob ein Flieger nach dem zehnten Wurf noch dieselbe Form hat wie nach dem ersten. Er ist der anspruchsvollste Flieger auf dieser Seite und der einzige, bei dem ein ungenauer Falz sofort zu spüren ist.
- Weite
- Flugzeit
- Tempo
- Kunstflug
Gut für: Draußen bei wenig Wind, auf langen Wiesen, in der Turnhalle. Überall dort, wo Weite zählt.
Die Anleitung
Talfalte: nach hinten knicken Bergfalte: nach vorne knicken schon vorhandener Falz
Das Blatt hochkant vor dich legen und längs in der Mitte falten. Wieder aufklappen, der Falz ist nur die Hilfslinie.
Die beiden oberen Ecken zur Mittellinie klappen, sodass oben eine Spitze entsteht.
Die Spitze nach unten umklappen. Die Faltlinie verbindet genau die beiden Punkte, an denen die schrägen Kanten die Blattkante treffen. Das Blatt ist danach wieder rechteckig, die umgeklappte Spitze liegt als Dreieck darauf.
Jetzt die beiden oberen Ecken zur Mittellinie falten, aber nicht bis ganz nach unten: Sie sollen sich etwa drei Zentimeter oberhalb der Dreiecksspitze treffen. In der Mitte bleibt oben ein knapp fingerbreiter Streifen ungefaltet, und die Spitze schaut unten heraus. Beides ist Absicht.
Die herausschauende Spitze nach oben über die beiden Ecken klappen. Sie klemmt beide fest: das ist der Verschluss, der dem Modell seinen Namen gibt. Wenn der Falz schwer fällt, knicke ihn einmal vor und klappe ihn wieder auf.
Den Flieger entlang der Mittellinie nach hinten zusammenklappen. Die verriegelte Seite liegt dabei außen, nicht innen. Ab hier siehst du ihn von der Seite.
Beide Flügel nach unten falten und dabei etwa zwei Fingerbreit Kiel stehen lassen. Zum Werfen unten am Kiel greifen und zügig und flach werfen, nur leicht nach oben.
Tipps
- Der Verschluss ist der ganze Unterschied. Sitzt die hochgeklappte Spitze nicht fest über beiden Ecken, öffnet sich der Flieger im Flug und fliegt wie ein schlechter Pfeil.
- Wirf ihn flach und zügig, nicht steil nach oben. Er trägt sich selbst und braucht keine Höhe, aus der er herunterkommen muss.
- Falze mit dem Daumennagel nachziehen, hier stärker als bei den anderen Modellen: Er hat mehr Lagen, und eine einzige weiche Kante verzieht die ganze Nase.
- Wenn er nach einer Seite abdreht, liegt fast immer die stumpfe Nase schief. Von vorne draufschauen und die Nase symmetrisch nachdrücken, bevor du an den Flügeln biegst.
Warum er so fliegt
Die stumpfe Nase sieht falsch aus und ist genau richtig. Sie schiebt zwar mehr Luft beiseite als eine Spitze, verteilt das Gewicht der vielen Papierlagen aber auf eine breite Front, und dadurch bleibt der Schwerpunkt auch dann vorne, wenn der Flieger schon langsam geworden ist. Ein Pfeil verliert bei nachlassendem Tempo den Auftrieb und sackt weg; dieses Modell geht stattdessen in einen flachen Gleitflug über und legt genau dort die letzten Meter zurück, die den Unterschied ausmachen. Der Verschluss hält währenddessen die Flügelwurzel geschlossen. Öffnet sie sich, wird aus der tragenden Fläche eine flatternde, und die Weite ist dahin.
Mehr dazu, warum ein Blatt Papier überhaupt fliegt, steht unterPhysik des Papierfliegers.
Andere Modelle
- Der Gleiter: bleibt am längsten in der Luft
- Der Pfeil: fliegt am schnellsten, der Klassiker
- Der Looping-Flieger: fliegt einen vollen Looping